Kunst am Bau

Kunst am Bau obliegt auf der einen Seite der Verpflichtung des Bundes als Bauherrn, der einen gewissen prozentualen Anteil der Bausumme für die Stärkung dieses Genres zur Verfügung stellt, und auf der anderen Seite der privaten Bauherrn, die, je nachdem wie groß sie sind, welcher Rechtsform sie unterliegen und welcher Eigeninitiative einzelner Führungskräfte sie ausgesetzt sind, ihr Engagement walten lassen.
Kunst am Bau ist dauerhaft und unwiderruflich mit dem jeweiligen Bauwerk verbunden oder auf dem entsprechenden Grundstück installiert.

Gerade diese Tatsache zeigt die Problematik auf, die sich daraus ergibt. Der Freiraum des Künstlers wird eingeengt in die vorhandenen Ressourcen wie Bauwerk und Grundstück, Finanzierung und Lebensdauer des Bauwerks. Der Künstler steht somit immer im Spannungsfeld von Material und Raum, der Funktion des Gebäudes und der Bedeutung des Ortes. Diese Herausforderung kann natürlich auch eine Chance sein, unserer Kulturnation ein Antlitz zu geben. Eine bloße Diffamierung als Auftragskunst hat die Kunst am Bau nicht verdient und sie sollte auf jeden Fall auf gleicher Ebene des Respekts angesiedelt werden wie die der Architektur.
Kunst am Bau unterscheidet sich wesentlich von anderen Ausstellungsarten und es drängt sich der Verdacht auf, dass sich nur klassische Skulpturen und Malereien eignen. Dabei hat ein Künstler auch noch andere, nicht etablierte, Möglichkeiten. Denkbar wären Kunst per Video und CD, oder auch vielfältige Kunstaktionen.
Bedingt durch die öffentlichen Standorte der Gebäude, müssen die dort ein- und ausgehenden Menschen in die Planung eines Kunstwerkes mit einbezogen werden.

Es ist davon auszugehen, dass mit der Kunst am Bau Menschen in Berührung kommen, die sich nicht gezielt mit Kunst auseinander setzen wollen. Das bedeutet, dass der Künstler einerseits Geduld und ein gewisses Gespür diesen Menschen gegenüber aufbringen sollte und die wiederum sollten Verständnis für zeitgenössische Kunst und eine gewisse Anerkennung für das künstlerische Schaffen mitbringen.

  • Bildnachweis: michael schade - Fotolia.com

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